
Wildtiere und menschliche Aktivitäten kreuzen sich oft, was für beide Seiten ernsthafte Probleme verursachen kann. Dies ist auch beim Mähen der Fall, wenn der Schutz der Wildtiere besonders wichtig ist, da Säugetiere und Vögel, die sich im hohen Unterwuchs verstecken, vom Traktor aus schwer zu erkennen sind. Darüber hinaus ist dies nicht nur eine Freundlichkeit seitens der Landwirte, sondern auch eine Verpflichtung. Denn die Verwendung akustischer Wildabwehrgeräte ist beim Mähen von Gras- und Ackerflächen, die am Natura 2000- sowie am AKG-Programm teilnehmen, von den Behörden vorgeschrieben. Obwohl es theoretisch traktorbasierte Ultraschall-Wildabwehrgeräte gibt, hat sich in der Praxis die Lösung mit Kettenvorhängen als effektiver erwiesen.

Wildabwehrketten sind Geräte, die an der Vorderseite der Mähmaschinen angebracht werden müssen. Sie sind in der Regel nicht besonders komplexe Konstruktionen: Im Wesentlichen handelt es sich um horizontal stabilisierte Stahlträger, von denen Ketten herunterhängen und seitlich herausragen. Diese Strukturen dienen dazu, Vögel, Insekten, Amphibien und Säugetiere, die sich im Gras verstecken, aufzuschrecken, bevor das Mähwerk sie verletzen kann. Es ist wichtig, dass die Breite des mit Ketten bestückten Rahmens mindestens der Arbeitsbreite des Mähwerks entspricht und mindestens 3 Meter vor dem Mähwerk angebracht wird. Die Ketten sollten in einem Abstand von 13-17 Zentimetern (aber maximal 20 Zentimetern) voneinander angebracht werden und so gestaltet sein, dass sie sich nicht ineinander verhaken können. Sie sollten maximal 10 Zentimeter über dem Boden enden, um sicherzustellen, dass alle Lebewesen sie bemerken.
Eine praktische Lösung könnten Wildabwehrgeräte sein, bei denen die oberen Teile der Ketten durch 30-40 Zentimeter lange Rundstahlstäbe ersetzt werden und nur die unteren Teile aus Ketten bestehen. Dies verhindert das Verheddern oder Aufwickeln der Ketten auf die Trägerstange und erhöht somit die Effizienz. Ein weiterer wichtiger Aspekt des vogelfreundlichen Mähens ist, dass die Arbeiten nicht von außen nach innen durchgeführt werden sollten, da dies die Tiere einsperrt, sondern von innen nach außen, damit Vögel und Wildtiere fliehen können. Wenn beim Mähen ein Nest einer Natura 2000-Zielart entdeckt wird, muss das Mähen gestoppt und der entsprechende Bereich ausgespart werden.
Es ist auch erwähnenswert, dass die richtige Wahl der Geschwindigkeit (idealerweise 5 km/h, maximal 8 km/h) und der Schnittbreite (maximal 3 Meter) eine bedeutende Rolle beim umweltschonenden Mähen spielen. Zudem sollte darauf geachtet werden, dass vor dem Mähwerk eine Schutzplane vorhanden ist, die ebenfalls eine wichtige Schutzfunktion hat.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Verwendung von Wildabwehrketten nicht so einfach ist, wie man vielleicht denkt. Doch wenn man sorgfältig vorgeht, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass kein Tier beim Mähen verletzt wird und man gleichzeitig die gesetzlichen Vorschriften einhält. Deshalb empfehlen wir dies jedem Landwirt ausdrücklich.
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