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Steinmarder oder Baummarder? Kannst du sie unterscheiden?

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Tóth MiklósA Vadalarm Blog szerzője 2016 óta
Steinmarder oder Baummarder? Kannst du sie unterscheiden?

Wenn wir das Wort Marder hören, denken viele von uns an im Motorraum von Autos angenagte Kabel oder an Tiere, die nachts auf dem Dachboden umherlaufen. Aber hast du schon einmal vom Baummarder gehört? Das ist kein Tippfehler: Der Baummarder ist ein in Europa heimisches, geschütztes Raubtier, das dem Steinmarder ähnlich ist, sodass selbst erfahrene Naturwanderer die beiden verwechseln können.

Anhand einiger kleiner Merkmale können wir die beiden Tiere jedoch unterscheiden. Wenn wir zudem ihre Lebensweise kennenlernen, wird auch klar, warum wir dem einen regelmäßig in Städten begegnen, während wir von der Anwesenheit des anderen oft gar nichts mitbekommen.

Sind der Baummarder und der Steinmarder tatsächlich verwandt?

Und wie! Der Baummarder (Martes martes) und der Steinmarder (Martes foina) gehören beide zur Familie der Marderartigen und innerhalb dieser zur Gattung Martes.

Ihre nahe Verwandtschaft ist auch äußerlich eindeutig erkennbar. Beide Arten haben einen länglichen, schlanken Körperbau, kurze Beine, eine spitze Schnauze und einen buschigen Schwanz. Auch ihre Körpergröße ist ähnlich: Beide erreichen ungefähr eine Körperlänge von 40–55 Zentimetern, zu der noch ein etwa 20–30 Zentimeter langer Schwanz kommt.

Interessanterweise ist trotz ihrer Namen und ihres Aussehens keines von beiden ein Nagetier. Beide sind Raubsäugetiere, genau wie das Wiesel, das Hermelin oder der Otter. Die eigentlichen Unterschiede liegen im Detail.

Woran erkennen wir, ob wir einen Steinmarder oder einen Baummarder gesehen haben?

Eine der einfachsten Möglichkeiten, die beiden Tiere zu unterscheiden, ist die Beobachtung des hellen Fellflecks auf ihrer Brust.

Der Kehlfleck des Steinmarders ist typischerweise weiß, er teilt sich oft in zwei Äste und zieht sich auch in Richtung der Vorderbeine hinab. Der Kehlfleck des Baummarders ist dagegen meist gelblich oder orangefarben und hat in der Regel eine rundere, weniger verzweigte Form.

Ein weiteres verräterisches Detail ist ihre Nase. Die Nase des Steinmarders ist in der Regel hell, rosafarben bis fleischfarben, während die des Baummarders dunkelbraun oder schwarz ist.

Wenn wir sie ganz aus der Nähe beobachten können, lassen sich noch weitere Unterschiede entdecken. Die Ohren des Baummarders sind in der Regel größer, auffälliger und hell gerandet. Sein Fell ist meist einheitlicher und dunkler braun, während das Fell des Steinmarders oft leicht graulich schimmert.

Die Pfoten des Baummarders sind außerdem dichter behaart, was ihm in der Kälte und in schneereicher Umgebung nützlich sein kann.

Diese Merkmale können jedoch von Tier zu Tier variieren. Anhand eines einzelnen Erkennungsmerkmals lässt sich das beobachtete Tier nicht immer mit völliger Sicherheit bestimmen.

Der Steinmarder hat die Städte erobert, der Baummarder hat eher die Wälder gewählt

Vielleicht ist das der interessanteste Unterschied zwischen den beiden Arten. Der Steinmarder ist ein äußerst anpassungsfähiges Tier. Ursprünglich kam er auch in natürlichen Lebensräumen vor, etwa in felsigen Gebieten und an Waldrändern, doch inzwischen hat er perfekt gelernt, die Möglichkeiten menschlicher Siedlungen zu nutzen.

Auf Dachböden, in Nebengebäuden, Garagen und im Motorraum von Autos findet er ebenfalls geeignete Verstecke. In Siedlungen kann er außerdem reichlich Nahrung finden, da er sowohl kleinere Tiere als auch Früchte und in der Nähe des Menschen leicht zugängliche Lebensmittel frisst.

Der Baummarder hingegen ist vor allem ein Bewohner bewaldeter Gebiete. Er bevorzugt besonders Wälder mit alten, höhlenreichen Bäumen, wo er geeignete Verstecke findet und sich auch in den Baumkronen leicht fortbewegen kann.

Dies bedeutet jedoch nicht, dass wir ihm niemals in bewohnten Gebieten begegnen können. Er kann auch in Gärten am Waldrand, in Parks und in kleineren Waldstücken auftauchen. Die Nähe des Menschen sucht er dabei jedoch in der Regel weniger als der Steinmarder.

Der Baummarder bewegt sich in den Bäumen fast wie ein Eichhörnchen.

Eine der besonderen Eigenschaften des Baummarders ist seine außergewöhnliche Beweglichkeit. Natürlich klettert auch der Steinmarder geschickt, der Baummarder bewegt sich jedoch besonders souverän in den Baumkronen. Er läuft mühelos über dickere Äste und kann sogar von einem Baum zum anderen springen.

Die Naturschutzfachleute des Nationalparks Körös-Maros vergleichen die Fortbewegung des Baummarders mit der eines Eichhörnchens. Ihren Berichten zufolge kann er sogar größere Strecken zurücklegen, ohne dabei auch nur auf den Boden hinabzusteigen.

Die Höhlen alter Bäume sind für ihn besonders wichtig, denn sie können nicht nur als Ruheplatz, sondern auch als sicherer Aufzugsort für den Nachwuchs dienen. Das erklärt zugleich, warum das Verschwinden alter, höhlenreicher Bäume für die Art ein Problem darstellt, vor allem in Städten. Für einen Baummarder ist der Wald ein komplexer Lebensraum, in dem sowohl der Boden als auch die Baumkronen eine wichtige Rolle spielen.

Was frisst der Baummarder? Und was frisst der Steinmarder?

Beide Tiere sind grundsätzlich Raubtiere, dennoch ernährt sich keines von ihnen ausschließlich von Fleisch. Auf dem Speiseplan des Baummarders können kleinere Säugetiere wie Mäuse und Wühlmäuse sowie Vögel, Eier und verschiedene Insekten stehen. Gelegentlich kann er sogar ein Eichhörnchen erbeuten.

Was jedoch überraschend sein kann: Er mag auch Waldfrüchte und Beeren ganz besonders. Er frisst sowohl Schlehen, Hagebutten, Weißdorn als auch andere pflanzliche Nahrung.

Der Steinmarder hat ebenfalls eine abwechslungsreiche Ernährung, nutzt aber auch die in der menschlichen Umgebung verfügbaren Nahrungsquellen. Neben kleinen Nagetieren, Vögeln und Früchten kann er auch leicht zugängliche Essensreste fressen. Diese Ernährungsflexibilität trägt maßgeblich dazu bei, dass der Steinmarder auch in städtischer Umgebung erfolgreich lebt.

Der Baummarder ist in Europa geschützt, der Steinmarder hingegen jagdbar.

Obwohl die beiden Arten eng verwandt sind, unterscheidet sich ihre naturschutzrechtliche Einstufung erheblich. Der Baummarder ist in Ungarn seit 1974 geschützt, sein naturschutzrechtlicher Wert beträgt derzeit 50.000 Forint. Das ist nicht sein Marktpreis, sondern der gesetzlich festgelegte naturschutzrechtliche Wert.

Er kommt vor allem in den Wäldern West- und Mitteleuropas sowie in den Mittelgebirgen vor, wurde aber auch in Auenwäldern der Ebenen beobachtet. Die genaue Größe seines Bestands ist nicht vollständig bekannt, und da er ein verstecktes, überwiegend nachtaktives Leben führt, ist seine Anwesenheit nicht immer leicht zu bemerken.

Der Steinmarder ist dagegen in Ungarn eine jagdbare Art, für die die geltenden jagdrechtlichen Vorschriften eine ganzjährige Jagdzeit festlegen. Das bedeutet natürlich nicht, dass ihn jeder ohne Einschränkungen fangen oder töten darf.

Die genaue Unterscheidung der beiden Tiere ist daher auch aus naturschutzfachlicher Sicht wichtig. Weitere Informationen zum Schutzstatus des Baummarders finden sich im offiziellen Artenporträt der staatlichen Naturschutzbehörde.

Frisst auch der Baummarder die Kabel von Autos an?

Da sie sich so sehr ähneln, stellt sich berechtigterweise die Frage: Kann der Baummarder auch solche Schäden verursachen, für die Steinmarder berüchtigt sind?

In der Praxis ist der Marderartige, der im Motorraum von Autos auftaucht, in der Regel der Steinmarder. Der Baummarder nutzt nämlich vor allem natürliche, bewaldete Lebensräume und ist nicht als regelmäßiger Verursacher von Schäden im Motorraum bekannt, anders als sein städtischer Verwandter.

Natürlich ist es nicht auszuschließen, dass ein Baummarder in der Nähe eines am Waldrand geparkten Autos auftaucht, aber angefressene Kabel oder im Motorraum gefundene Pfotenabdrücke sollten für sich genommen nicht als eindeutiger Beweis für eine der beiden Arten gelten.

Wenn du erfahren möchtest, welche Spuren Marder hinterlassen können und welche Mäuse und Ratten im Motorraum hinterlassen, solltest du unseren früheren Artikel lesen: Nagetier oder Steinmarder im Motorraum des Autos: Anzeichen, Schäden und Schutz.

Und wie man Marder schonend von Autos und Gebäuden fernhält, kannst du in unserem Beitrag So wehren wir uns gegen den Schäden in Höhe von Hunderttausenden verursachenden Marder nachlesen.

Zur Vorbeugung der von Steinmardern verursachten Schäden haben wir den Vadalarm AutoGuard Marderabwehr für Autos entwickelt, der mit einer Kombination aus Ultraschall und Blitzlicht versucht, die Tiere fernzuhalten, die sich in den Motorraum wagen.

Zwei nahe Verwandte, zwei unterschiedliche Lebensweisen

Der Steinmarder und der Baummarder sind ein hervorragendes Beispiel dafür, wie sich zwei eng verwandte Tiere an unterschiedliche Lebensbedingungen anpassen können. Während der Steinmarder die menschlichen Siedlungen erfolgreich erobert hat, ist der Baummarder weiterhin vor allem ein versteckt lebender Bewohner der Wälder geblieben. Ihr Aussehen ist täuschend ähnlich, doch ihr Kehlfleck, die Farbe ihrer Nase und ihr Lebensraum können bei der Unterscheidung sehr hilfreich sein.

Wenn du beim nächsten Mal im Wald ein kleines Raubtier mit langem, buschigem Schwanz und braunem Fell siehst, nimm nicht sofort an, dass es ein Steinmarder war. Es könnte gut sein, dass du seinen weniger bekannten Verwandten, den Baummarder, beobachtet hast.

Und wenn es wirklich so war, lohnt es sich, ihn für ein paar Augenblicke zu bewundern. Nicht jeden Tag bekommt man so ein geschicktes, scheues Waldraubtier zu sehen!

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